Der Malraum ist ein geschützter Raum. Es gibt keine äußeren Einflüsse, es ist eine Welt außerhalb der Reizüberflutung. Farben, Pinsel, Wasser, alles liegt sauber geordnet auf dem Farbpalettentisch bereit.
Es gibt keine Zuschauer, nur Malende jeden Alters und mich, die Malortdienende. Ich sorge dafür, dass Farben und Pinsel in Ordnung sind und begleite und unterstütze die Malenden. Durch die Wände, die nach und nach eine deckende „Malpatina“ bekommen, und den zentralen Farbpalettentisch entsteht eine ganz besondere Stimmung.
Es geht bei diesem Malen nicht um Kunst, nicht um Können oder Nachahmen. Im Malraum wird gespielt. Ein Spiel mit Farben und inneren Bildern. Es gibt feste Spielregeln für die Handhabung von Pinseln und Farben, die es erlauben, dass jede/r sich störungsfrei in sein Bild vertiefen kann. Für den Inhalt des Bildes gibt es jedoch keinerlei Vorgaben. Kein Thema, keine Schablone, kein Nachahmen – nur dem inneren Impuls, der eigenen Spur folgen. Für Vorschulkinder ist das meist noch selbstverständlich. Schulkinder und Erwachsene haben manchmal verlernt, diesen Impuls wahrzunehmen, ernstzunehmen und ihm zu folgen. Im Malraum kann er wieder erwachen. Mit den Bildern, die sich entwickeln, sich entfalten und wachsen, wächst, entwickelt und entfaltet sich auch die Persönlichkeit.
Im Malraum wird nicht über die Bilder der Anderen geredet. Jeder Kommentar von außen kann schon eine Bewertung sein, die die Ausrichtung des Malenden ändert. Wenn man malt, um dafür gelobt oder bewundert zu werden, - oder damit andere erkennen, was man malt, malt man nicht mehr frei.
Die Bilder sollen bewusst geschützt werden vor jeder Bewertung und Interpretation von außen. Deswegen verbleiben sie im Malraum, eine Zeit lang in der Bilderkrippe, dann im Archiv. Die Malenden können sie sich gerne dort immer wieder anschauen. Eltern sind eingeladen, sofern die Kinder es erlauben, einen Termin zu vereinbaren, um die Bilder ohne Beisein der Kinder mit mir zu betrachten. Dabei ergeben sich oft gute Gespräche.
Sabine Hitschel
Ich habe, wie viele Andere, das freie Malen mit Eintritt in die Schule aufgegeben, weil ich mich für unkreativ hielt. Nur mit Vorgaben durch die Kunstlehrer traute ich mich zu malen. Ich hatte gelernt, meine Kunstwerke zu vergleichen und zu bewerten, und damit kam die Unzufriedenheit mit meinen Bildern.
Erst durch die Ausbildung nach Stern am Institut für Ausdruckssemiologie entdeckte ich den unschätzbaren Wert des freien Malens wieder. Ich war fasziniert von der Bildsprache, die jedem Menschen wie angeboren ist, die es zu wecken gilt. Die eigenen Erfahrungen mit dem Malen im Malort bestätigen mich in dem neuen Weg.
Durch einen Kurs im Kompetenzzentrum Malraum bei Yvonne Rebmann vertiefte ich die Pädagogik und erfuhr von den vielen positiven Erfahrungen, die vor allem in der Schweiz mit Malräumen in Schulen gemacht wurden.
Dann stand für mich fest, dass ich selbst einen Malraum eröffnen möchte. Ich biete diesen Raum als Weg zurück zu den eigenen Impulsen. Den Weg raus aus der Ausrichtung auf Lob und Kritik von Außen, ohne den inneren Kritiker. Den Weg zurück zu Glück, Zufriedenheit und Freiheit im Ausdruck, das möchte ich ermöglichen.
Der Malraum befindet in Nebrigen in der Langen Straße 17. Wir malen in altersgemischten Gruppen mit bis zu 9 Malenden. Es gibt aktuell diese Gruppen:
Die Malspielstunden pausieren in den Schulferien und an gesetzlichen Feiertagen
In der monatlichen Gebühr von 32€ ist alles enthalten, Sie müssen nichts mitbringen:
Interessiert? Rufen Sie mich einfach an: 0160 / 646 96 03. Wir vereinbaren einen Termin, um das Malspiel kennenzulernen.
Der Malraum in der Langen Straße 17 ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln in weniger als 5 Gehminuten gut ereichbar. Autofahrer finden Parkmöglichkeiten in den angrenzenden Straßen.
Nebringen liegt im Landkreis Böblingen, ca. 5 Kilometer südlich von Herrenberg, im Großraum Stuttgart.
Malraum Nebringen - Sabine Hitschel